Öffentlichkeitsarbeit

Landesverband der Rassegeflügelzüchter Groß-Hamburg e.V.

Wir züchten Rassegeflügel - mach doch mit!

Aus der Geschichte des Geflügelzüchtervereins

Alt-Rahlstedt und Umgebung e.V. von 1908

 

Vor 100 Jahren – am 08. Januar 1908 – wurde unser Verein von 16 Zuchtfreunden gegründet.

 

100 Jahre Vereinsbestehen bedeuten 100 Jahre Vereinsleben mit Fachgesprächen, Ausstellungen, geselligen Veranstaltungen, Zuchterfolgen aber auch Enttäuschungen.

 

Dicke Protokollbücher und Erinnerungen älterer Zuchtfreunde geben Auskunft Über die wechselvolle Geschichte unseres Vereins, aber auch darüber, wie sehr die Geflügelzucht für Menschen aus allen Bevölkerungsgeschichten erfüllte Freuzeit sein konnte und kann.

 

Höhepunkte unseres Vereinslebens waren die vielen von Vereinsmitgliedern ausgerichteten Rassengeflügelschauen. Die erste Vereinsschau fand schon im Jahre 1910 statt (Standgeld pro Tier 1 Mark). Bei den meisten Schauen wurden 200 – 300 Tiere gezeigt. Im Jahre 1949 zeigten 74 Aussteller insgesamt 515 Tiere. Auch 1992 stellten noch 49 Züchter 340 Tiere aus.

 

Die Versammlungen des Vereins zum Meinungsaustausch und zur Information der Mitglieder fanden meist regelmäßig statt. Die Themen richteten sich nach dem jeweils Aktuellen. 1914 zum Beispiel wurde der Vortrag über die „künstliche und Naturbrut“ lebhaft diskutiert. Im Nachkriegsjahr 1919 wurde das Thema „sparsame Tierfütterung“ erörtert. Vom Kriegsjahr 1943 an konnten keine Versammlungen mehr stattfinden. Durch gegenseitige Besuche der Zuchtfreunde aber wurde der Zusammenhalt gewahrt.

 

1945 war unser Verein der erste Hamburger Geflügelzuchtverein, dem der englische Standortkapitän erlaubte, wieder Versammlungen abzuhalten und den Namen „Geflügelzuchtverein Alt-Rahlstedt und Umgebung“ zu führen.

 

Im Winter 1946/47 musste ab er jedes Vereinsmitglied einen Kloben Holz, ein Brikett oder 1 Kg. Braunkohle „mitbringen“, damit man den Versammlungsraum heizen konnte. 

 

Die Mitgliederzahlen schwanken in den 100 Jahren Vereinsgeschichte zwischen 16 und 152. Die meisten Mitglieder hatten wir während der beiden Weltkriege, denn während dieser Zeit war das Futter knapp, unser Verein verfügte über Tierfutter; 1916 wurden unserem Verein 1500 Kg. Futter in Form von Körnern und Kleie zugeteilt. Dafür aber mussten Eier abgegeben werden. Jedes Vereinsmitglied erhielt derzeit für ein Ei ein Pfund Futter.

 

1943 erhielt jeder Züchter über seinen Verein pro Tier 750 gr. Weizen und 500 gr. Mais pro Monat, musste dafür aber pro Jahr und Tier 80 Eier abliefern.

 

Die beiden Weltkriege haben aber auch die größten Lücken in den Mitgliederbestand unseres Vereins gerissen: viele Zuchtfreunde sind gefallen.

 

Unser Verein hat im Laufe seiner Geschichte mehrere bedeutende Züchter, Preisrichter und Meister der Rassegeflügelzucht hervorgebracht. Mehrfach wurde von Vereinsmitgliedern das „Blaue Band“ errungen, auch den Titel „Hamburger Meister“.

 

Über den Verein hinaus haben sich Mitglieder für die Belangen der Rassegeflügelzucht eingesetzt. So stellte z.B. unser Verein den Vorsitzenden des Hamburger Landesverbandes und den Landesjugendobmann. Zurzeit sind 2 Mitglieder im Landesverband aktiv dabei.

1983, also vor 25 Jahren, bekam der GZV vom Rahlstedter Ortsamt 600 qm am Wandseredder als Zuchtanlage zugeteilt. Heute sind es 4780 qm mit 16 Parzellen unterschiedlicher Größe.

Auf unserer Zuchtanlage, dem Herzstück des Vereins, sind zurzeit 21 von insgesamt 27 Mitglieder.

Eine Parzelle wird dem Pächter als Zuchtparzelle und damit ausschließlich zu Züchtungszwecken im Rahmen der jeweils geltenden Bestimmungen des BDRG überlassen. Der Pächter verpflichtet sich, mindestens eine im Geflügelstandard aufgeführte Rasse zu züchten. Es werden Hühner, Zwerghühner und Tauben gezüchtet.

Die Parzelleninhaber dürfen sich außer Stallung und Volieren eine Aufenthaltslaube bauen.

Seit gut 15 Jahren findet auf der Vereinsparzelle am Himmelsfahrtstag unser „Tag der offenen Tür und Hähnewettkrähen“ statt. Es ist von Jahr zu Jahr immer beliebter und immer besser geworden. Wir haben 2 große Zelte, Tische und Stühle angeschafft und für Essen und Getränke wird auch gesorgt.

Unsere Stammgäste aus Hamburg und Umgebung wurden immer mehr.

2005 hatten wir Besuch aus Schweden. 20 Züchterinnen und 2 Züchter waren per Bus angereist.

Vereinsgeschichte ist die Geschichte von Zuchtfreunden die sich für ihren Verein eingesetzt haben. Wenn die vielen einsatzbereiten Mitglieder unseres Vereins auch nicht namentlich genannt werden, so sei doch Allen herzlich gedankt und der Verstorbenen gedacht.

Der GZV Alt-Rahlstedt wird nur dann weiterleben können, wenn sich weiterhin Rassegeflügelzüchter für unseren Verein und die Zuchtanlage einsetzten.

Das wünschen wir unserem Verein zum 100 jährigen Jubiläum.

 

Hans-Otto Paulmann                                                        Hamburg, Mai 2008

1. Vorsitzender